Gründungsimpulse

 

Die Gründung des Instituts für Kunst und Designtherapie erfolgte,

  • weil gestalterische Tätigkeiten im Bereich Design, insbesondere solche, die in (kunst-) handwerkliche Fertigungsprozesse einmünden, erfolgreich als kunsttherapeutische Verfahren praktiziert werden können.
  • weil durch den Funktionalitätsaspekt von Designaufgaben Gestaltungsprozesse einen Realitätsbezug erhalten, der besondere therapeutische Möglichkeiten bietet.
     
  • da zahlreiche Designprozesse zu Bauprozessen transformieren – und jene, allem Bauen (ob Sandburg, Möbelbau oder Rechner-Architektur) zugrunde liegenden anthropologisch-architektonischen Gestaltungsprozesse in der Kunst, ebenso wie in den biografischen Erfordernissen der Lebenskunst ein Rolle spielen.
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  • designtherapeutische Interventionen  zunehmend dort indiziert sind, wo durch den Verlust an Gestaltungsspielräumen für kindlich-jugendliches Bauen (Beispiel Baumhaus) und durch die Brüche tragfähiger Beziehungsgefüge konstruktive Bedürfnisse der psychischen Entwicklung in ein pathologisch destruktives Agieren (Beispiel Vandalismus) oder depressives Resignieren (»Ich kann doch nichts ändern«) umschlagen – denn Bauprozesse konstruieren und formen nicht nur das zu Bauende, sondern formen und entwickeln auch die konstruktiven Fähigkeiten des Bauenden.
     
  • weil das soziale Wirken der Kunst durch einen design-integrativen Kunstbegriff bzw. Kunsttherapiebegriff erheblich erweitert und um ergotherapeutische Aspekte ergänzt werden kann.
     
  • da der (post) moderne Designbegriff als universaler Kreativitäts- und Gestaltungsbegriff begonnen hat, die Bedeutungsdimension künstlerischer Gestaltung mit zu umfassen – auf ähnliche Weise, wie das einst in der florentinischen Kunsttheorie mit dem Begriff des Disegno als »Vater der Künste« der Fall war.